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China-Visum: VDR-Unternehmen rechnen mit höherem Aufwand und steigenden Kosten

Wer geschäftlich nach China reisen will, muss ab 16. Dezember zuvor seine Fingerabdrücke in einer Visa-Annahmestelle abgegeben haben. Damit verschärft die Volksrepublik ihre Einreisebestimmungen drastisch. Sehr zum Unmut der VDR-Unternehmen: Auf sie kommen ein höherer Prozessaufwand und steigende Kosten zu. Allgemeines
China-Visum: VDR-Unternehmen rechnen mit höherem Aufwand und steigenden Kosten VDR-Service GmbH

Mit der neuen Regelung erhöhen die chinesischen Behörden erneut die Barriere für Privat- und Geschäftsreisen ins „Reich der Mitte“. Bereits im Mai wurde das Visa-Antragsformular von vier auf acht Seiten verlängert und um zahlreiche persönliche Fragen erweitert. Die weitere Verschärfung stößt bei den VDR-Mitgliedsunternehmen auf großes Unverständnis, wie eine kürzlich durchgeführte nicht-repräsentative Trendbefragung ergab. Danach rechnen die Unternehmen mit massiver zusätzlicher Bürokratie und höheren Ausgaben. Dies bestätigt auch VDR-Präsidiumsmitglied Oliver Meinicke: „Die Firmen müssen damit rechnen, dass die Bearbeitungskosten für China-Visa deutlich steigen werden, da auch entsprechende Dienstleister einen erhöhten Aufwand haben. Zudem müssen die Mitarbeiter künftig zu den Annahmestellen reisen, um dort ihre Fingerabdrücke abzugeben, was mit zusätzlichen Reisekosten und erhöhtem Stress verbunden ist. Damit einher geht auch ein Produktivitätsverlust, da Reise- und Wartezeiten nicht mehr für Geschäftstermine genutzt werden können“.

Allerdings geht bislang nur eine Minderheit der befragten Unternehmen davon aus, dass die Anzahl der Reisen in die Volksrepublik künftig zurückgehen wird. Auch Meinicke rechnet nicht mit weniger Business Trips: „Viele Unternehmen werden die bittere Pille schlucken müssen, da sie unabhängig von den geltenden Einreisebestimmungen nicht auf Geschäftsreisen nach China verzichten können.“

Der VDR wünscht sich vor allem für Geschäftsreisende Ausnahmeregelungen oder zumindest Vereinfachungen. Diese könnten beispielsweise darin liegen, dass autorisierte Visa-Dienstleister die Fingerabdrücke der Reisenden im Unternehmen abnehmen dürfen. Der Handlungsspielraum ist laut Meinicke aber auch für die Politik sehr klein: „Eine Eskalation nach dem Motto „wie du mir, so ich dir" ist aber sicher nicht in unserem Sinne, da am Ende der Kunde bzw. der Reisende unter möglichen zusätzlichen Auflagen leiden wird.“

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